Eine Frage, mit der viele Klienten in die Praxis der Stuttgarter Stimmtrainerin Dagmar Trefz kommen, lautet: Wieso klingt meine Stimme bei Stress oder Lampenfieber schlechter?
„Dies hängt zu einem Großteil von unserer Atmung ab“, so die Stimmtrainerin, denn der Atem ist der Motor für unsere Stimme: beim Ausatmen werden die Stimmlippen in Schwingung versetzt und dadurch Laute und Klänge erzeugt.“
Wie und wie stark wir einatmen, aber auch wie der Atem beim Sprechen wieder ausströmt, bestimmt unseren Stimmklang. Und da die Atmung auch ein Spiegel unserer Gefühlslage ist, schlägt sich diese auch in unserer Stimme nieder.
Fühlen wir uns gehetzt, nervös oder unter Druck, atmen wir eher kurz und flach. Sind wir aber gelöst und froh, geht unser Atem ruhiger und meistens auch tiefer.
Atmen wir wenig ein, kommen wir schnell in Atemnot. Dann neigen wir beim Sprechen dazu, das Wenige an Luft mit der Ausatemmuskulatur aus der Lunge herauszupressen. Dazu benutzen wir u. a. die Bauchmuskulatur.
Das Problem beim Herauspressen des Atems: die Kehle verengt sich. Deshalb fühlen viele bei Lampenfieber oder Angst einen Kloß im Hals. Denn wenn wir emotional unter Druck stehen, atmen wir meist nicht nur zu wenig ein. Zu allem Überfluss ist auch noch die Ausatemmuskulatur sehr angespannt und presst den Atmen aus uns heraus.
So entsteht an den Stimmlippen ein Überdruck, der das freie Schwingen verhindert. Die „zugeschnürte“ Kehle bewirkt zusätzlich, dass unser Resonanzraum eng und der Klang schlechter verstärkt wird: die Stimme klingt gepresst, gedämpft, rau oder unsicher, das Sprechen strengt an.
Atmen wir hingegen aktiv, (allerdings ohne zu forcieren), ein, kommen wir nicht in Atemnot; der Atem kann frei fließen. Wir erzeugen so viel Luftdruck an den Stimmlippen wie nötig ist, um diese zum Schwingen zu bringen. Die Stimmlippen können frei und voll schwingen, der Resonanzraum ist geöffnet und verstärkt den Klang optimal.
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